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Weitere Informationen - z.B. von der BZgA - zu Präventionsprojekten und Anbietern von Fortbildungen zum Themengebiet finden Sie auf diesem Portal auch unter Links.

 

Gefährdung im familiären Umfeld

Der Anteil der Täter, die das Opfer nicht kennt (23,3%), wird in der Öffentlichkeit meist deutlich überschätzt, wenn es um das Thema sexuelle Gewalt geht. Erwachsene, die Kindern sexuelle Gewalt antun kommen sehr häufig aus dem familiären Umfeld der Heranwachsenden: 33,5% sind männliche Bekannte und 14,4% Freunde der Familie. Aus der Familie selbst kommen folgende Täter: Onkel (12,6%), Stiefvater/Partner der Mutter (11,7%), Vater (10,3%), sonstige männliche Verwandt (10,3%).

 

Präventionsprojekte an Schulen

Schutz vor sexueller Gewalt ist in erster Linie Aufgabe der Erwachsenen. Deshalb bestehen i.d.R. die aufgeführten Projekte an Schulen aus vorgeschalteten Fortbildungen für Pädagogen und Pädagoginnen und thematisch geführten Elternabenden. Erst danach wird direkt mit den Kindern gearbeitet. Die Arbeit mit den Kindern soll in geschlechtshomogenen Gruppen erfolgen. Idealerweise auch durch Pädagoginnen und Pädagogen des gleichen Geschlechts. Sehr gut bewährt haben sich Konzepte in denen externe Fachkräfte in enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften Projekte in der Schule verwirklichen. Bei der sexualpädagogischen Arbeit mit den Heranwachsenden sollten dabei immer Phasen eingeplant werden, in denen die externen, spezialisierten Fachkräfte mit den Kindern arbeiten ohne dass eine Lehrkraft dabei ist.

Die hier aufgeführten Projekte stellen lediglich eine repräsentative Auswahl aktueller Angebote dar, die empfohlen werden können.

 

 

Angebote des/der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

 

 

"Schule gegen sexuelle Gewalt - Das muss geschehen, damit nichts geschieht"

Sexuelle Gewalt unter Kinder und Jugendliche gibt es im Handlungsfeld Schule wesentlich häufiger als sexuelle Gewalt durch Erwachsene in diesem Kontext. Beide Aspekte müssen allerdings immer berücksichtigt werden, wenn Schulen Schutzkonzepte entwickeln. Umfangreiche Informationen und Materialien, die im Auftrag des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs entwickelt wurden, sind auf dem Portal "Schule gegen sexuelle Gewalt" zu finden, dort finden Sie z.B. auch die Broschüre Was muss geschehen, damit nichts geschieht?

Auf dem Portal finden Sie auch ausführliche Informationen zum Thema Präventionsangebote an Schulen.

 

 

 

Interaktive digitale Fortbildung

Das Serious Game „Was ist los mit Jaron?“ wurde vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs gemeinsam mit den Kultusbehörden der Länder entwickelt und vermittelt Beschäftigten an Grundschulen und weiterführenden Schulen Basiswissen zum Schutz von Schülerinnen und Schülern vor sexuellem Missbrauch. Das Staatministerium für Unterricht und Kultus empfiehlt dieses digitale Fortbildungsangebot. Das Ziel des jeweils ca. vierstündigen Selbstlernkurses ist es, Teilnehmerinnen und Teilnehmern Sicherheit zu geben, damit sie Betroffenen gute Gesprächsangebote machen und bei der Suche nach Hilfe unterstützen können.

Der digitale Grundkurs beleuchtet die verschiedenen Formen und das Ausmaß sexueller Gewalt von Erwachsenen an Kindern und Jugendlichen. Dabei nimmt er Täterstrategien in den Blick und klärt weit verbreitete Mythen auf. Anhand konkreter Situationen aus dem Schulalltag bringt der Grundkurs zudem den Teilnehmenden die Perspektive belasteter Kinder und Jugendlichen näher und zeigt Wege zur Hilfe auf.

Der interaktive digitale Grundkurs ist zu finden unter https://www.was-ist-los-mit-jaron.de/. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich registrieren, erhalten nach Absolvieren des Kurses eine Teilnahmebescheinigung.

In dieser Pressemitteilung finden Sie grundlegende Informationen zu den digitalen Fortbildungen sowie Links zu Info- bzw. Werbe-Materilien für die Fortbildungen und zur Pressemappe.

 

 

Projekte anderer Anbieter

Kapella, Olaf; Schmidt, Eva-Maria; Hohenegger, Sabine (2011) Prävention sexueller Missbrauch - Überblick zu praxisbezogenen Projekten und Angeboten, Recherchestand November 2010

Die Veröffentlichung wurde aus Mitteln des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Angeregt wurde die Überblicksrecherche durch die Arbeitsgruppe „Forschung, Lehre und Ausbildung zum Runden Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch".  Angebote aus dem deutschsprachigen Raum zu folgenden Kategorien wurden recherchiert und aufgelistet: Buch, Handbuch, Leitfaden etc. /  Workshops, Vorträge, Veranstaltungen /  Arbeitsblätter/Video, Film / Hörgeschichten, CD / Internetspiele, Internetseite / Spielmaterialien / Theaterprojekte / online-Beratung, Telefonberatung / Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Günstigstenfalls bieten weitere regionale spezialisierte Beratungsstellen eigene Angebote. Bitte erkundigen Sie sich danach. Präventionsprojekte sind in der Regel nicht kostenfrei.Veranstaltende Schulen können sich aber mit der Bitte um Bezuschussung an die Jugendämter, Stiftungen und evtl. Unternehmen in ihrer Region wenden.

Das Projekt „GrenzwertIch“ entwickelt ein Beratungs- und Fortbildungskonzept, das Eltern und Fachkräfte darin unterstützen soll, sexuelle Übergriffe durch Kinder und Jugendliche zu erkennen und im pädagogischen Alltag kompetent, angemessen und sicher darauf zu reagieren. Ziel ist es sexuelle Grenzverletzungen nachhaltig zu unterbinden und die von sexuellen Übergriffen betroffenen Kinder und Jugendlichen zu schützen.

Wenn Sie alle drei ALP-WBTs "Sexuelle Gewalt - Prävention und Intervention in der Schule" erfolgreich absolviert haben, können Sie über die ALP die DVD "Trau dich!" zum Einsatz in der Fortbildung pädagogischer Fachkräfte beziehen. Die DVD enthält einen Live-Mitschnitt des interaktiven Theaterstücks "Trau dich! Ein starkes Stück über Gefühle, Grenzen und Vertrauen" für 8- bis 12-Jährige. Das Theaterstück ist ein zentraler Baustein der bundesweiten Initiative. Informationen und Materialien zu "Trau dich!" finden Sie hier.

 

 

Selbstbehauptungskurse für Jungen und für Mädchen
Selbstbehauptungskurse brauchen Qualitätsstandards. Sie sollten getrenntgeschlechtlich durchgeführt werden und neben einfachen Selbstverteidigungstechniken Sprache, Mimik und Körperhaltung schulen. Thematisiert werden sowohl der Umgang in grenzwertigen Situationen mit vertrauten Erwachsenen ebenso wie mit Fremden, sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten zu den Themen „Mein Körper gehört mir“, „Nein-Sagen“, „Gute und schlechte Geheimnisse“, „Angenehme und unangenehme Berührungen“, „Vertrauen auf die eigene Intuition“ als auch „Hilfe holen“. Selbstbehauptungskurse sollten immer nur im Kontext umfassender Projekte (siehe oben) angeboten werden, die Elternabende, Fortbildungen der Lehrkräfte usw. beinhalten.

Theaterstücke